Einbauküche ist kein Erhaltungsaufwand?

BFH: Erneuerung einer Einbauküche nicht sofort steuerlich absetzbar

Der Bundesfinanzhof, das höchste deutsche Steuergericht, hat entschieden: Wer in einer vermieteten Immobilie die Einbauküche erneuert, kann die Kosten nicht mehr als sogenannten Erhaltungsaufwand sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung steuerlich geltend machen. Abweichend von der früheren Rechtsauffassung gehen die Richter des BFH davon aus, dass es sich bei den einzelnen Elementen einer Einbauküche - einschließlich Spüle, Herd und aller fest eingebauten elektrischen Geräte - um ein einheitliches Wirtschaftsgut handelt, das auf zehn Jahre abzuschreiben ist (BFH, Urteil vom 03. August 2016 - IX R 14/15; veröffentlicht am 07. Dezember 2016).

Eine moderne Einbauküche zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die einzelnen Einbaumöbel nicht frei stehen und in ihrem Standort veränderbar sind. Vielmehr sind sie als modulare Unterbauschränke regelmäßig untereinander und zugleich mit einer durchgehenden Arbeitsplatte fest verbunden sind. Diese Verbindung ist regelmäßig auch auf Dauer angelegt. Dazu wird eine Einbauküche individuell geplant und in ihrer baulichen Gestaltung in die jeweiligen räumlichen Verhältnisse angepasst. In diesen modernen Küchen stellen sich die Einzelgegenstände nicht mehr als „allein nutzbare“ oder „an anderer Stelle verwendbare" Einzelgegenstände, sondern lediglich als einzelne "Bauteile" einer Gesamtheit und damit um unselbständige Teile eines neuen verbundenen Wirtschaftsguts "Einbauküche" dar.

Der Vermieter hatte im Streitfall in mehreren Wohnungen die alten Einbauküchen durch neue Küchenzeilen mit Elektrogeräten und Spülen ersetzen lassen. Die hierfür entstandenen Kosten in Höhe von 3.000 Euro wollte er als Erhaltungsaufwand sofort abziehen. Sein Finanzamt ließ lediglich die Kosten für den Einbau von Herd und Spüle sowie für solche Elektrogeräte zum sofortigen Abzug zu, deren Gesamtkosten nicht über der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (410 Euro) lagen. Die Aufwendungen für die Einbaumöbel verteilte das Finanzamt auf die voraussichtliche Nutzungsdauer von zehn Jahren. Der Vermieter klagte dagegen beim Finanzgericht Schleswig – ohne Erfolg.