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Heizölbedarf sank nach energetischer Sanierung um 84 Prozent
56 Jahre altes Gebäude erreicht Niveau eines Vier-Liter-Hauses
Mit effizienter Heiztechnik und Solarthermie sowie Verbesserungen beim Wärmeschutz können auch Altbauten das energetische Niveau aktueller Niedrigenergiehäuser erreichen. In einem 56 Jahre alten Einfamilienhaus im oberbayerischen Penzberg beispielsweise sank der Heizölbedarf nach einer energetischen Sanierung um 84 Prozent. Statt bei vormals 4450 Litern liegt der jährliche Heizölbedarf für Heizung und Warmwasser jetzt nur noch bei 700 Litern. Das sind vier Liter pro Quadratmeter und Jahr – ein Wert, der von manchem Neubau nicht erreicht wird.
Gut 40 Prozent des gesamten Energieeinsparvolumens entfallen auf das neue Heizsystem. Das Öl-Brennwertgerät mit zweistufigem Brenner, der sich automatisch dem jeweiligen Wärmebedarf anpasst, hat einen überdimensionierten 30 Jahre alten Standardkessel ersetzt. Ergänzt wird die neue Brennwertheizung von einer zwölf Quadratmeter großen Solarthermieanlage zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung. Die solar und vom Brennwertgerät erzeugte Wärme wird in einem 800 Liter fassenden Solarschichtenspeicher bevorratet. Dieser Speicher verfügt über mehrere Anschlüsse und bietet so die Möglichkeit, nachträglich einen wasserführenden Holzkaminofen in die Heizungsanlage zu integrieren. Damit kann der Anteil erneuerbarer Energieträger an der Wärmeversorgung nochmals erhöht werden.
Neben der Heizungserneuerung wurde der bauliche Wärmeschutz des Hauses optimiert. Die bislang ungedämmten Außenwände aus verputztem Bimsstein erhielten ein 18 Zentimeter starkes Wärmedämmverbundsystem, das Dach bekam eine Zwischen- und Untersparrendämmung, die Kellerdecken wurden wärmeisoliert und die Doppelglasfenster durch Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung ersetzt.
Hohe Flexibilität für einen möglichst günstigen Heizöleinkauf gewährleistet ein standortgefertigter Stahltank mit einem Volumen von 5000 Litern. Dieser Langzeit-Energiespeicher ermöglicht nun eine Bevorratung für insgesamt sieben Jahre.
Finanziert wurde die energetische Sanierung zum Großteil über ein zinsvergünstigtes Darlehen aus dem KfW-Programm „Energieeffizient sanieren“ sowie aus Mitteln des Marktanreizprogramms für erneuerbare Energien (MAP). Außerdem wurde das Sanierungsobjekt vom Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) im Rahmen des Modernisierungswettbewerbs „Energie-Gewinner“ gefördert. Denn auch unter primärenergetischen Aspekten, dem maßgeblichen Kriterium in der Energieeinsparverordnung (EnEV), ist der sanierte Altbau vorbildlich: Mit einem Primärenergiebedarf von 74 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) unterschreitet er den maximal zulässigen Wert eines vergleichbaren Neubaus.
Die IWO-Aktion „Energie-Gewinner“ läuft noch bis Ende 2011. Modernisierungsinteressenten können sich unter www.oelheizung.info/energiegewinner bewerben.
Kontakt:
Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V.
Alexander Fack (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Süderstraße 73a, 20097 Hamburg
Tel. 040 / 235 113 22; Fax 040 / 235 113 29; E-Mail: fack@iwo.de; www.iwo.de
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