Drohender Schimmelbefall - und wie wir ihn verhindern können!
Zunächst geht es darum, den Schimmelsporen die zum Wuchern nötige Feuchtigkeit vorzuenthalten. Das heißt: Verhaltensweisen zu vermeiden, durch die unnötig Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben wird, bzw. dafür zu sorgen, dass die Feuchtigkeit so schnell wie möglich der Raumluft entzogen wird.
Ein gutes Mittel dafür ist eine Abluftanlage über dem Kochherd, mit der beim Kochen entstehende Wasserdampf nach draußen geblasen wird. Auch im Badezimmer kann eine solche Abluftanlage einiges bewirken. Außerdem sollte nach dem Kochen, Duschen oder Baden die Küche bzw. das Bad energisch gelüftet werden. Sehr wirkungs-voll ist auch, Feuchtigkeit, Kon-dens- oder Spritzwasser auf Fliesen oder an der Duschkabine, mit einem Abzieher, wie ihn die Fensterputzer benutzen, abzu-streifen und mit einem Tuch aufzuwischen, welches an-schließend nicht drinnen, sondern draußen zum Trocknen aufgehängt wird.
Unbedingt vermieden werden sollten alle Verrichtungen, mit denen unnötig Feuchtigkeit in die Wohnräume gebracht wird. Zu den schlimmsten gehört, Wäsche in der Wohnung zum Trocknen aufzuhängen.
Schimmel bildet sich bevorzugt an schlecht belüfteten Außenwandflächen, z. B. hinter Schränken und Bildern. Gerade im Schlafzimmer sollten deshalb der Kleiderschrank möglichst nicht an der Außenwand und alle übrigen Möbel mit einem Abstand von 5 bis 10 cm vor der Wand stehen, damit ausreichend Platz für die Belüftung der Wand vorhanden ist. Bei Bildern kann man mit durchgeschnittenen Korken für einen ausreichenden Wandabstand sorgen. Wichtig ist auch, dass die Luft unter den Möbeln hindurch an die Wand gelangen kann, im Sinne einer Luftzirkulation. Also möglichst keine Sockelleisten oder wenigstens nur welche mit großen Lüftungsöffnungen.
Da im modernen Wohnungsbau mit Mehrscheibenisolierver-glasungen die Fenster nicht mehr als Erstes beschlagen, wenn die Raumluft zu feucht wird, sucht sie sich andere Stellen, um überschüssige Feuchtigkeit in Form von Kondenswasser loszuwerden. Das sind vorzugsweise Kältebrücken wie Fensterlaibungen, also die unmittelbar an den Fensterrahmen angren-zenden nach außen gehenden Wandflächen. Schlecht belüftete Außenwandflächen sind außer-dem die Zimmerecken, oben und unten, besonders, wenn beides Außenwände sind. In diesen Bereichen ist das Verhältnis zwischen Kaltflächen und Belüftung durch warme Innenluft besonders ungünstig. Wenn dann noch Möbel, z. B. eine Einbauküche mit Sockelleisten, die Belüftung verhindern, kann nicht überraschen, wenn dahinter massiv Schimmel auftritt, von dem niemand etwas ahnt. Während Kondenswasser an der Fensterscheibe sofort erkennbar ist, machen sich diese Schwachstellen erst bemerkbar, wenn man den Schimmelbefall riecht. Eine mögliche - allerdings ziemlich aufwändige - Gegenmaßnahme ist die Verlegung der Heizungsleitungen, Vor- und Rücklauf, an sämtlichen Außenwänden unmittelbar auf den Fußleisten. Auch, wo sie nicht zu einem Heizkörper führen, sondern nur als „blindes“ U verlegt sind. So etwas nützt gegen Schimmel, ohne nennenswerten Mehrverbrauch an Heizenergie. Dadurch ist wenigstens bei Beheizung der Räume gewährleistet, dass trockene warme Luft von unten nach oben an den Wänden entlang streicht.
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